Kyphoplastie bei Wirbelfrakturen
Die Kyphoplastie ist ein minimalinvasives Verfahren, das wir über einen kleinen Schnitt am Rücken durchführen. Wir führen einen Ballon in den frakturierten Wirbelkörper ein, blasen ihn auf, um die Höhe wiederherzustellen, und füllen den Hohlraum mit Knochenzement. Sie kann auf jeder thorakalen Höhe (T1 bis T12) oder lumbalen Höhe (L1 bis L5) angewendet werden. Wir ziehen sie in Betracht, wenn eine Wirbelfraktur durch Osteoporose, einen Tumor oder ein Niedrigenergietrauma starke Schmerzen verursacht, die trotz Ruhe, Korsett und Analgetika nach einigen Wochen nicht nachlassen, besonders bei älteren Patientinnen und Patienten. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen, wann sie angezeigt ist, wie wir sie auf jeder Höhe durchführen, was Sie danach erwartet und welche Risiken bestehen, damit Sie eine fundierte Entscheidung in Ruhe treffen können.

Was ist die Kyphoplastie?
Die Kyphoplastie ist ein perkutanes Verfahren zur Behandlung von Frakturen des Wirbelkörpers auf jeder thorakalen oder lumbalen Höhe. Über einen kleinen Schnitt führen wir unter Röntgenkontrolle einen Trokar in den Wirbel ein. Anschließend blasen wir einen Ballon auf, um einen Hohlraum zu schaffen und die verlorene Höhe wiederherzustellen, und füllen den Hohlraum mit Polymethylmethacrylat-Knochenzement (PMMA).
Im Gegensatz zur Vertebroplastie, bei der der Zement ohne Ballon direkt injiziert wird, fügt die Kyphoplastie den Schritt der kontrollierten Hohlraumbildung hinzu. Das hilft, einen Teil der Wirbelkörperhöhe wiederherzustellen und verringert das Risiko einer Zementleckage, was besonders bei deutlich kollabierten Wirbeln von Vorteil ist. Für eine Beurteilung Ihres Falls können Sie einen Beratungstermin anfragen bei Dr. Ben Ghezala.
Symptome und Warnzeichen
Patientinnen und Patienten, die von einer Kyphoplastie profitieren können, berichten typischerweise über:
Wann ist dieser Eingriff angezeigt?
Wie wird der Eingriff durchgeführt?
1.Präoperative Vorbereitung
Wir prüfen das MRT, um eine aktive Fraktur zu bestätigen, sowie das Röntgenbild oder CT zur Planung des Trokarwegs entsprechend der betroffenen Höhe. Wir geben Anweisungen zum Nüchternsein, passen bei Bedarf gerinnungshemmende Medikamente an und beantworten Ihre Fragen in Ruhe. Bei Verdacht auf eine tumorbedingte Fraktur ziehen wir eine Biopsie im gleichen Eingriff in Betracht.
2.Während des Eingriffs
Sie werden in Bauchlage unter Lokalanästhesie mit Sedierung oder, je nach Fall, in Vollnarkose gelagert. Über einen kleinen Schnitt führen wir unter Durchleuchtung einen Trokar in den Wirbelkörper ein und passen den Zugang an die betroffene thorakale oder lumbale Höhe an. Wir blasen den Ballon auf, um einen Hohlraum zu schaffen und einen Teil der Höhe wiederherzustellen, entfernen den Ballon und füllen den Hohlraum mit hochviskosem PMMA-Zement. Der Eingriff dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten pro Wirbel.
3.Unmittelbare Phase nach der Operation
Sie ruhen etwa zwei Stunden im Bett, während der Zement vollständig aushärtet. Anschließend prüfen wir, ob Sie sicher aufstehen und gehen können. Viele Patientinnen und Patienten verspüren bereits in den ersten Stunden eine Schmerzlinderung. Die Entlassung erfolgt meist am selben Tag oder nach einer Beobachtungsnacht, je nach Allgemeinzustand und Anzahl der behandelten Höhen.
Genesung nach einer Kyphoplastie
Die funktionelle Genesung verläuft meist rasch. Die meisten Patientinnen und Patienten nehmen ihre Alltagsaktivitäten innerhalb weniger Tage wieder auf, mit sanftem Gehen von Beginn an. Wir empfehlen, 4 bis 6 Wochen lang schweres Heben oder ruckartige Belastungen zu vermeiden, um den behandelten und die angrenzenden Wirbel zu schonen.
Der akute Frakturschmerz bessert sich in der Regel deutlich innerhalb der ersten 24 bis 72 Stunden. Die Grundbehandlung der Osteoporose oder des zugrunde liegenden Tumors bleibt entscheidend, um das Risiko neuer Frakturen zu senken. Bei Fieber, neuen Rückenschmerzen, Atemnot oder neurologischen Ausfällen ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich.
Risiken und mögliche Komplikationen
Jeder Eingriff bringt allgemeine Risiken mit sich, etwa Infektion, Blutung, anästhesiebedingte Reaktionen oder Thrombose.
Zu den spezifischen Risiken der Kyphoplastie gehören Zementleckagen in den Epiduralraum, die Bandscheibe oder Venen (meist asymptomatisch), eine pulmonale Zementembolie (selten), Rippenfrakturen oder Frakturen angrenzender Wirbel und in Ausnahmefällen eine neurologische Verletzung. Wir beurteilen jeden Fall individuell, um diese Risiken zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
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Erkennen Sie sich in diesen Symptomen wieder?
Wenn einige dieser Symptome auf Ihre Situation zutreffen und der Schmerz Ihren Alltag zunehmend einschränkt, können wir Ihren Fall in einer individuellen Beratung beurteilen. Dr. Ben Ghezala wird Ihre Krankengeschichte und Ihre Bildgebung prüfen, um gemeinsam mit Ihnen die beste Behandlungsoption zu wählen.
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