Facetten-Radiofrequenz-Rhizotomie
Die Facetten-Radiofrequenz-Rhizotomie ist ein minimalinvasiver Eingriff zur Linderung chronischer Lendenwirbel- oder Nackenschmerzen, deren Ursache in den Facettengelenken der Wirbelsäule liegt. Sie ist für Patientinnen und Patienten mit mechanischem Schmerz gedacht, der sich nach vorhergehenden diagnostischen Facettenblockaden deutlich, aber vorübergehend gebessert hat und bei denen konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Dieser Leitfaden erklärt verständlich, was vor, während und nach dem Eingriff zu erwarten ist – einschließlich der zu erwartenden Dauer der Schmerzlinderung und wie bei einem erneuten Auftreten des Schmerzes vorzugehen ist.

Was ist die Facetten-Radiofrequenz-Rhizotomie?
Die Facetten-Radiofrequenz-Rhizotomie (auch mediale Ast-Neurotomie oder Facettendenervation genannt) ist ein perkutaner, fluoroskopisch gesteuerter Eingriff, bei dem über eine Radiofrequenzelektrode Wärme auf den medialen Ast des Ramus dorsalis übertragen wird. Dieser kleine Nerv leitet die Schmerzsignale aus dem Facettengelenk weiter; durch seine Unterbrechung lässt der mechanische Rückenschmerz nach.
Im Gegensatz zu den Facettengelenkblockaden, die vor allem der Diagnosesicherung dienen, zielt die Rhizotomie auf eine länger anhaltende Schmerzlinderung von typischerweise 6 bis 12 Monaten ab – bei Patientinnen und Patienten, deren diagnostische Blockaden positiv waren. Um zu prüfen, ob Ihr Fall geeignet ist, können Sie einen Beratungstermin anfragen bei Dr. Ben Ghezala.
Symptome und Warnzeichen
Patientinnen und Patienten, die von einer Facetten-Rhizotomie profitieren können, berichten typischerweise über:
Wann ist die Facetten-Rhizotomie angezeigt?
Wie wird der Eingriff durchgeführt?
1.Vorbereitung vor dem Eingriff
Die Vorbereitung umfasst die Bestätigung, dass die diagnostischen Facettenblockaden eindeutig positiv waren, die Auswertung der Bildgebung und der aktuellen Medikation (insbesondere Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer) sowie die Klärung offener Fragen. Es werden leichte Nüchternheitsregeln vereinbart und festgelegt, ob der Eingriff in Lokalanästhesie mit leichter Sedierung oder in reiner Lokalanästhesie erfolgt.
2.Während des Eingriffs
Die Patientin oder der Patient liegt auf dem Bauch auf dem OP-Tisch. Unter fluoroskopischer Kontrolle werden die zu behandelnden Facettenebenen identifiziert und feine Kanülen bis zum medialen Ast vorgeschoben. Vor Anwendung der Radiofrequenz erfolgt eine sensible und motorische Stimulation, um die korrekte Zielstruktur zu bestätigen und die Nähe zu einer Nervenwurzel auszuschließen. Anschließend wird in jeder Ebene kontrolliert Wärme appliziert (üblicherweise 80-90 °C für 60-90 Sekunden). Die Gesamtdauer beträgt je nach Anzahl der behandelten Ebenen meist 30-60 Minuten.
3.Unmittelbare Phase nach dem Eingriff
Nach der Rhizotomie erfolgt eine kurze Überwachungsphase. Lokale Druckempfindlichkeit im behandelten Bereich über einige Tage ist üblich, ebenso eine vorübergehende leichte Verstärkung des gewohnten Schmerzes vor der Besserung – bedingt durch die kontrollierte Wärmeläsion selbst. Die meisten Patientinnen und Patienten gehen am selben Tag nach Hause und nehmen leichte Aktivitäten innerhalb von 24-48 Stunden wieder auf.
Genesung nach der Facetten-Rhizotomie
Die Erholung verläuft rasch. Alltagsaktivitäten sind in der Regel ab dem nächsten Tag möglich, Bürotätigkeiten innerhalb weniger Tage. Starke Belastungen und stoßbelastende Sportarten sollten für 1-2 Wochen vermieden werden.
Die Schmerzlinderung tritt nicht immer sofort ein: häufig zeigt sich eine schrittweise Besserung über 2-4 Wochen, während das behandelte Gewebe ausheilt. Die Wirkung hält üblicherweise 6 bis 12 Monate an – ein Zeitraum, der ideal für Physiotherapie und Rumpfstabilisation genutzt werden sollte. Tritt der Schmerz mit demselben mechanischen Muster erneut auf, kann die Rhizotomie mit guten Ergebnissen wiederholt werden.
Risiken und mögliche Komplikationen
Die Facetten-Rhizotomie ist ein risikoarmer Eingriff, aber nicht komplikationsfrei.
Die häufigsten Beschwerden sind lokale Druckempfindlichkeit oder ein brennendes Gefühl an der Einstichstelle, eine vorübergehende Schmerzverstärkung in den ersten Tagen, oberflächliche Hämatome und milde Infektionen (selten). Sehr selten kann es zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung einer benachbarten Nervenwurzel mit Missempfindungen oder leichter Schwäche kommen – aus diesem Grund wird vor der Läsion stimuliert. Ebenso muss akzeptiert werden, dass die Schmerzlinderung bei manchen Patientinnen und Patienten geringer als erwartet oder kürzer ausfällt oder dass der Schmerz vor Ablauf von 6 Monaten wiederkehrt.
Häufig gestellte Fragen
Weitere verwandte Behandlungen
Erkennen Sie sich in diesen Symptomen wieder?
Wenn einige dieser Symptome auf Ihre Situation zutreffen und der Schmerz Ihren Alltag zunehmend einschränkt, können wir Ihren Fall in einer individuellen Beratung beurteilen. Dr. Ben Ghezala wird Ihre Krankengeschichte und Ihre Bildgebung prüfen, um gemeinsam mit Ihnen die beste Behandlungsoption zu wählen.
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