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Entfernung von Wirbelsäulenimplantaten

Die Entfernung von Wirbelsäulenimplantaten ist ein Eingriff, bei dem die in einer vorausgegangenen Operation eingesetzte Instrumentation (Schrauben, Stäbe oder Platten) entfernt wird, sobald die Wirbelsäulenfusion konsolidiert ist und das Material für die Stabilität nicht mehr benötigt wird. Viele Patienten erwägen diese Option nach Monaten oder Jahren mit lokalen Beschwerden über den Schrauben, tastbarer Vorwölbung unter der Haut, Materialunverträglichkeit oder Verdacht auf eine Titanallergie. Andere stellen sich im Rahmen einer Spätinfektion oder Lockerung vor, die eine Entfernung erforderlich macht. Dieser Leitfaden versteht sich als Zweitmeinung: Die Entscheidung zur Entfernung ist nicht immer eindeutig und hängt vom tatsächlichen Zustand der Fusion, den Beschwerden und den Risiken eines erneuten Zugangs über die vorhandene Narbe ab.

Wirbelsäulen-Neurochirurg in Alicante und Benidorm
Über 20 Jahre Erfahrung in der Neurochirurgie (seit 2003)
Hospital Vithas Medimar Alicante und Hospital Clínica Benidorm
Illustration der Entfernung von Wirbelsäulenimplantaten: Entnahme von Titanschrauben und Stäben nach konsolidierter Fusion.

Was ist die Entfernung von Wirbelsäulenimplantaten?

Die Entfernung von Wirbelsäulenimplantaten ist ein Eingriff, bei dem die zuvor eingesetzte Instrumentation – Pedikelschrauben, Stäbe, Platten oder Haken – entnommen wird, sobald die Fusion konsolidiert ist und das Material strukturell nicht mehr zwingend erforderlich ist. Der Zugang erfolgt in der Regel über die vorhandene OP-Narbe.

Nicht jede Instrumentation muss entfernt werden: Bei vielen Patienten wird das Material lebenslang gut vertragen. Eine Entfernung wird erwogen, wenn Beschwerden vorliegen, die dem Implantat zuzuordnen sind (lokale Schmerzen über den Schrauben, Vorwölbung, Unverträglichkeit, Spätinfektion), oder bei Verdacht auf Lockerung oder Titanallergie. Wenn die Fusion NICHT konsolidiert ist oder gebrochenes Material bzw. eine Pseudarthrose vorliegt, ist nicht die einfache Entfernung, sondern eine Revision fehlgeschlagener Instrumentation angezeigt. Für eine Beurteilung Ihres Falls können Sie eine Zweitmeinung anfragen bei Dr. Ben Ghezala.

Symptome und Warnzeichen

Patientinnen und Patienten, die von einer Materialentfernung profitieren können, berichten typischerweise über:

Lokalisierte, reproduzierbare Schmerzen beim Druck auf die Schrauben oder Stäbe
Tastbare Vorwölbung unter der Haut, vor allem bei schlanken Patienten oder an der hinteren Halswirbelsäule
Spannungs- oder Brennschmerz über der Narbe, ausgelöst durch Kälte oder Bewegung
Anhaltende Hautreaktionen, Ekzeme oder Juckreiz über dem instrumentierten Bereich als Hinweis auf eine mögliche Titanallergie
Warnzeichen: Fieber, Rötung, Wundsekretion oder neue starke Schmerzen (mögliche Spätinfektion mit dringlichem Abklärungsbedarf)

Wann ist dieser Eingriff angezeigt?

Konsolidierte Fusion, im CT bestätigt, in der Regel mindestens 12–24 Monate nach dem Ersteingriff
Fokaler, reproduzierbarer Schmerz über dem Material, der sich nicht durch andere Ursachen erklären lässt (Anschlussdegeneration, Nervenwurzel, Iliosakralgelenk)
Klinische Unverträglichkeit gegenüber dem Implantat oder begründeter Verdacht auf eine Titan- oder Nickelallergie (mit allergologischer Abklärung)
Spätinfektion am Implantat oder symptomatische Lockerung bei bereits erreichter Fusion
Notwendigkeit, vorhandenes Material vor einem weiteren Eingriff (z. B. Erweiterung der Fusion oder Revision) zu entfernen

Wie wird der Eingriff durchgeführt?

1.Präoperative Vorbereitung

Vor einer geplanten Entfernung wird die Konsolidierung der Fusion im CT bestätigt sowie die vorhandene Bildgebung, die OP-Berichte und die dynamischen Aufnahmen ausgewertet. Bei Allergieverdacht wird eine allergologische Abklärung veranlasst, bei Infektverdacht erfolgen Laboruntersuchungen mit Entzündungswerten und, wenn sinnvoll, eine Szintigraphie. Anweisungen zum Nüchternsein, Anpassungen der Medikation und antibiotische Prophylaxe werden festgelegt.

2.Während des Eingriffs

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Der Zugang zur Wirbelsäule erfolgt über die vorhandene OP-Narbe; das Narbengewebe wird sorgfältig dargestellt und die Instrumentation lokalisiert. Verbinder, Stäbe und Schrauben werden unter Bildwandlerkontrolle Stück für Stück entfernt. Bei Infektverdacht werden Gewebeproben zur Kultur entnommen und der Bereich débridiert. Der Verschluss erfolgt schichtweise unter Schonung der bestehenden Narbe.

3.Unmittelbare Phase nach der Operation

Nach dem Eingriff verbleiben Sie kurz im Aufwachraum und kehren anschließend auf die Station zurück. Die Schmerzen werden kontrolliert, die Mobilisierung beginnt schrittweise und die OP-Wunde wird überwacht. Der Krankenhausaufenthalt beträgt in der Regel 24–48 Stunden, bei Eingriffen wegen Infektion oder Lockerung länger.

Genesung nach Entfernung der Wirbelsäulenimplantate

Die Genesung verläuft meist rascher als nach dem Ersteingriff, da das Segment bereits fusioniert ist und keine frische Arthrodese geschützt werden muss. Alltagsaktivitäten sind nach wenigen Tagen wieder möglich, die Rückkehr ins Büro nach 1 bis 3 Wochen, je nach Umfang des entfernten Materials und Qualität des Narbengewebes.

In den ersten Wochen sollten starke Belastungen vermieden werden, um die Heilung der tiefen Gewebsschichten zu unterstützen. Die Physiotherapie wird schrittweise wieder aufgenommen. Bei Fieber, Wundsekretion, neuen starken Schmerzen oder neurologischen Symptomen ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich.

Risiken und mögliche Komplikationen

Jeder Eingriff über eine vorhandene Narbe birgt allgemeine Risiken wie Infektion, Blutung, Thrombose oder anästhesiebedingte Komplikationen, die wegen des Narbengewebes etwas höher sein können als bei einem Ersteingriff.

Zu den spezifischen Risiken zählen Verletzungen einer Nervenwurzel oder der Dura mit Liquoraustritt, ein Schraubenbruch bei der Entfernung, der das Belassen von Fragmenten erfordern kann, das Fortbestehen oder Wiederauftreten der Schmerzen, wenn das Material nicht die eigentliche Ursache war, sowie das Auftreten von Instabilität, falls die Fusion weniger konsolidiert war als in der Bildgebung erschien. Diese Risiken werden in jedem Einzelfall individuell bewertet.

Häufig gestellte Fragen

In der Regel wird empfohlen, mindestens 12 bis 24 Monate nach dem Ersteingriff zu warten und die Konsolidierung der Fusion im CT zu bestätigen, bevor eine Entfernung in Betracht gezogen wird. Eine zu frühe Entfernung kann die Stabilität des Segments gefährden.
Nicht immer. Fokaler Schmerz über dem Material kann vom Implantat ausgehen, aber auch von der Narbe, benachbarten Gelenken oder dem Iliosakralgelenk. Vor der Entfernung sollte der Schmerz durch lokalen Druck reproduziert, andere Ursachen ausgeschlossen und in vielen Fällen eine diagnostische Infiltration erwogen werden.
Durch eine allergologische Abklärung mit spezifischen Tests (Epikutantest und in ausgewählten Fällen Lymphozytentransformationstest). Der klinische Verdacht beruht auf anhaltenden Hautreaktionen, Ekzemen oder Juckreiz über dem instrumentierten Bereich. Nicht jede lokale Beschwerde ist eine Allergie.
In der Regel wird die vorhandene OP-Narbe verwendet und nur so weit wie nötig erweitert. Bei den meisten Patienten entsteht keine zusätzliche Narbe; das Endergebnis hängt jedoch von der individuellen Heilung ab.
Wenn die Fusion vor der Entfernung gut konsolidiert ist, bleibt das Segment stabil, da der Knochen bereits eine Brücke bildet. Das Risiko einer Instabilität entsteht, wenn das Material über einer Fusion entfernt wird, die im CT noch nicht wirklich knöchern durchbaut war.
Bei sitzenden Tätigkeiten erfolgt die Rückkehr meist nach 1 bis 3 Wochen. Leichte Sportarten sind nach 4–6 Wochen möglich, stoßbelastende Sportarten oder schweres Heben werden schrittweise nach ärztlicher Rücksprache wieder aufgenommen.

Erkennen Sie sich in diesen Symptomen wieder?

Wenn einige dieser Symptome auf Ihre Situation zutreffen und der Schmerz Ihren Alltag zunehmend einschränkt, können wir Ihren Fall in einer individuellen Beratung beurteilen. Dr. Ben Ghezala wird Ihre Krankengeschichte und Ihre Bildgebung prüfen, um gemeinsam mit Ihnen die beste Behandlungsoption zu wählen.

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