Entfernung von Wirbelsäulenimplantaten
Die Entfernung von Wirbelsäulenimplantaten ist ein Eingriff, bei dem die in einer vorausgegangenen Operation eingesetzte Instrumentation (Schrauben, Stäbe oder Platten) entfernt wird, sobald die Wirbelsäulenfusion konsolidiert ist und das Material für die Stabilität nicht mehr benötigt wird. Viele Patienten erwägen diese Option nach Monaten oder Jahren mit lokalen Beschwerden über den Schrauben, tastbarer Vorwölbung unter der Haut, Materialunverträglichkeit oder Verdacht auf eine Titanallergie. Andere stellen sich im Rahmen einer Spätinfektion oder Lockerung vor, die eine Entfernung erforderlich macht. Dieser Leitfaden versteht sich als Zweitmeinung: Die Entscheidung zur Entfernung ist nicht immer eindeutig und hängt vom tatsächlichen Zustand der Fusion, den Beschwerden und den Risiken eines erneuten Zugangs über die vorhandene Narbe ab.

Was ist die Entfernung von Wirbelsäulenimplantaten?
Die Entfernung von Wirbelsäulenimplantaten ist ein Eingriff, bei dem die zuvor eingesetzte Instrumentation – Pedikelschrauben, Stäbe, Platten oder Haken – entnommen wird, sobald die Fusion konsolidiert ist und das Material strukturell nicht mehr zwingend erforderlich ist. Der Zugang erfolgt in der Regel über die vorhandene OP-Narbe.
Nicht jede Instrumentation muss entfernt werden: Bei vielen Patienten wird das Material lebenslang gut vertragen. Eine Entfernung wird erwogen, wenn Beschwerden vorliegen, die dem Implantat zuzuordnen sind (lokale Schmerzen über den Schrauben, Vorwölbung, Unverträglichkeit, Spätinfektion), oder bei Verdacht auf Lockerung oder Titanallergie. Wenn die Fusion NICHT konsolidiert ist oder gebrochenes Material bzw. eine Pseudarthrose vorliegt, ist nicht die einfache Entfernung, sondern eine Revision fehlgeschlagener Instrumentation angezeigt. Für eine Beurteilung Ihres Falls können Sie eine Zweitmeinung anfragen bei Dr. Ben Ghezala.
Symptome und Warnzeichen
Patientinnen und Patienten, die von einer Materialentfernung profitieren können, berichten typischerweise über:
Wann ist dieser Eingriff angezeigt?
Wie wird der Eingriff durchgeführt?
1.Präoperative Vorbereitung
Vor einer geplanten Entfernung wird die Konsolidierung der Fusion im CT bestätigt sowie die vorhandene Bildgebung, die OP-Berichte und die dynamischen Aufnahmen ausgewertet. Bei Allergieverdacht wird eine allergologische Abklärung veranlasst, bei Infektverdacht erfolgen Laboruntersuchungen mit Entzündungswerten und, wenn sinnvoll, eine Szintigraphie. Anweisungen zum Nüchternsein, Anpassungen der Medikation und antibiotische Prophylaxe werden festgelegt.
2.Während des Eingriffs
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Der Zugang zur Wirbelsäule erfolgt über die vorhandene OP-Narbe; das Narbengewebe wird sorgfältig dargestellt und die Instrumentation lokalisiert. Verbinder, Stäbe und Schrauben werden unter Bildwandlerkontrolle Stück für Stück entfernt. Bei Infektverdacht werden Gewebeproben zur Kultur entnommen und der Bereich débridiert. Der Verschluss erfolgt schichtweise unter Schonung der bestehenden Narbe.
3.Unmittelbare Phase nach der Operation
Nach dem Eingriff verbleiben Sie kurz im Aufwachraum und kehren anschließend auf die Station zurück. Die Schmerzen werden kontrolliert, die Mobilisierung beginnt schrittweise und die OP-Wunde wird überwacht. Der Krankenhausaufenthalt beträgt in der Regel 24–48 Stunden, bei Eingriffen wegen Infektion oder Lockerung länger.
Genesung nach Entfernung der Wirbelsäulenimplantate
Die Genesung verläuft meist rascher als nach dem Ersteingriff, da das Segment bereits fusioniert ist und keine frische Arthrodese geschützt werden muss. Alltagsaktivitäten sind nach wenigen Tagen wieder möglich, die Rückkehr ins Büro nach 1 bis 3 Wochen, je nach Umfang des entfernten Materials und Qualität des Narbengewebes.
In den ersten Wochen sollten starke Belastungen vermieden werden, um die Heilung der tiefen Gewebsschichten zu unterstützen. Die Physiotherapie wird schrittweise wieder aufgenommen. Bei Fieber, Wundsekretion, neuen starken Schmerzen oder neurologischen Symptomen ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich.
Risiken und mögliche Komplikationen
Jeder Eingriff über eine vorhandene Narbe birgt allgemeine Risiken wie Infektion, Blutung, Thrombose oder anästhesiebedingte Komplikationen, die wegen des Narbengewebes etwas höher sein können als bei einem Ersteingriff.
Zu den spezifischen Risiken zählen Verletzungen einer Nervenwurzel oder der Dura mit Liquoraustritt, ein Schraubenbruch bei der Entfernung, der das Belassen von Fragmenten erfordern kann, das Fortbestehen oder Wiederauftreten der Schmerzen, wenn das Material nicht die eigentliche Ursache war, sowie das Auftreten von Instabilität, falls die Fusion weniger konsolidiert war als in der Bildgebung erschien. Diese Risiken werden in jedem Einzelfall individuell bewertet.
Häufig gestellte Fragen
Weitere verwandte Behandlungen
Erkennen Sie sich in diesen Symptomen wieder?
Wenn einige dieser Symptome auf Ihre Situation zutreffen und der Schmerz Ihren Alltag zunehmend einschränkt, können wir Ihren Fall in einer individuellen Beratung beurteilen. Dr. Ben Ghezala wird Ihre Krankengeschichte und Ihre Bildgebung prüfen, um gemeinsam mit Ihnen die beste Behandlungsoption zu wählen.
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