Dekompression des lateralen Rezessus
Die Dekompression des lateralen Rezessus ist ein lumbaler mikrochirurgischer Eingriff zur Entlastung der Nervenwurzel, die im subartikulären Raum eingeklemmt ist – eine häufige Ursache für ins Bein ausstrahlende Schmerzen und einseitige neurogene Claudicatio. Viele Patienten ziehen diese Option in Betracht, wenn anhaltende Beschwerden, Kraftverlust oder Einschränkungen beim Gehen über Monate bestehen und auf Physiotherapie, Medikation oder Infiltrationen nicht ausreichend ansprechen. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch Indikation, Technik, Genesung und Risiken, damit Sie in Ruhe und gut informiert entscheiden können.

Was ist die Dekompression des lateralen Rezessus?
Die Dekompression des lateralen Rezessus ist ein lumbaler mikrochirurgischer Eingriff zur Entlastung der Nervenwurzel, die im subartikulären Raum kurz vor ihrem Austritt durch das Foramen eingeklemmt ist. Der laterale Rezessus ist ein enger Kanal, begrenzt durch das obere Facettengelenk, den Pedikel und den Wirbelkörper; verengt er sich durch Facettenhypertrophie, Verdickung des Ligamentum flavum oder eine Bandscheibenprotrusion, wird die durchziehende Nervenwurzel komprimiert.
Unser bevorzugtes Verfahren ist das mikrochirurgische Undercutting: Wir arbeiten unter dem Mikroskop und entfernen den medialen und unteren Anteil der oberen Facette, ohne das gesamte Gelenk zu opfern. So wird die Wurzel dekomprimiert, die Stabilität des Segments erhalten und eine Fusion vermieden, sofern sie nicht erforderlich ist.
Dies ist eine selektivere Alternative zur klassischen lumbalen Laminotomie und besonders geeignet bei Patienten mit einseitigen radikulären Schmerzen oder neurogener Claudicatio durch eine fokale Stenose des Rezessus. Wenn Sie Ihren Fall besprechen möchten, können Sie einen Beratungstermin anfragen bei Dr. Ben Ghezala.
Symptome und Warnzeichen
Patientinnen und Patienten mit Stenose des lateralen Rezessus beschreiben typischerweise ein recht charakteristisches radikuläres Bild:
Wann ist dieser Eingriff angezeigt?
Wie wird der Eingriff durchgeführt?
1.Präoperative Vorbereitung
Wir prüfen gemeinsam das MRT und gegebenenfalls eine CT, um die knöcherne Anatomie der Facette zu beurteilen. Die betroffene Nervenwurzel und das zu behandelnde Segment werden exakt lokalisiert. Sie erhalten Nüchternheitsvorgaben, Hinweise zur Anpassung von Antikoagulanzien und Antiphlogistika sowie Antworten zu Narkose und Genesung.
2.Während des Eingriffs
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und Bauchlage unter Durchleuchtungskontrolle zur Höhenbestimmung. Über einen kleinen posterioren Zugang im betroffenen Segment arbeiten wir unter dem Operationsmikroskop für bessere Sicht und Präzision.
Wir führen eine begrenzte Laminotomie durch und entfernen mittels Undercutting den medialen und unteren Anteil der oberen Facette sowie das hypertrophe Ligamentum flavum. Damit wird der laterale Rezessus eröffnet und die Wurzel entlastet; wir prüfen, dass sie frei und spannungsfrei verläuft. Liegt zusätzlich ein Bandscheibenfragment vor, wird es im gleichen Schritt entfernt. Das Facettengelenk bleibt zum Großteil erhalten, sodass die Stabilität des Segments gewahrt bleibt.
3.Unmittelbare Phase nach der Operation
Nach einem kurzen Aufenthalt im Aufwachraum kehren Sie auf die Station zurück. Die Mobilisation beginnt in der Regel noch am OP-Tag oder am folgenden Morgen mit Unterstützung des Pflegeteams. Die Schmerzen werden mit einem angepassten Analgesieschema kontrolliert und wir überwachen den neurologischen Befund. Der Krankenhausaufenthalt beträgt üblicherweise 24 bis 48 Stunden, je nach Verlauf.
Genesung nach Dekompression des lateralen Rezessus
Die Dekompression des lateralen Rezessus lindert den Beinschmerz meist schon in den ersten Tagen, lokale Wundbeschwerden und eine leichte Lumbalgie können jedoch einige Wochen anhalten. Wir empfehlen ein schrittweises Gehen von Beginn an und raten von längerer Bettruhe ab.
Sitzende Bürotätigkeiten werden in der Regel nach 2 bis 4 Wochen wieder aufgenommen. Körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten oder Heben benötigen mehr Zeit, üblicherweise 6 bis 8 Wochen, mit einer schrittweisen Steigerung. Rehabilitation hilft bei entsprechender Indikation, Kraft aufzubauen und Haltungsgewohnheiten zu korrigieren. Bei Fieber, Wundsekretion, plötzlicher Schmerzverschlechterung oder neuen neurologischen Defiziten sollten Sie sich umgehend bei uns melden.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie jeder Eingriff birgt er allgemeine Risiken: Wundinfektion, Blutung, narkosebedingte Komplikationen oder Venenthrombose.
Zu den spezifischen Risiken zählen ein Duraeinriss mit Liquoraustritt, eine Verletzung der Nervenwurzel mit sensiblem oder motorischem Defizit, ein Wiederauftreten der Beschwerden durch eine erneute Stenose oder einen Bandscheibenvorfall sowie sehr selten eine postoperative Instabilität, falls mehr Knochen entfernt werden musste als geplant; in diesem Fall käme sekundär eine Fusion in Betracht. Jeder Fall wird individuell beurteilt, um diese Risiken zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Weitere verwandte Behandlungen
Erkennen Sie sich in diesen Symptomen wieder?
Wenn einige dieser Symptome auf Ihre Situation zutreffen und der Schmerz Ihren Alltag zunehmend einschränkt, können wir Ihren Fall in einer individuellen Beratung beurteilen. Dr. Ben Ghezala wird Ihre Krankengeschichte und Ihre Bildgebung prüfen, um gemeinsam mit Ihnen die beste Behandlungsoption zu wählen.
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